Perspektiven des Wohnens im Alter

So lange wie möglich im eigenen Haushalt selbst bestimmt leben! So stellen sich die meisten Senioren das Wohnen im Alter vor, und so wird es mittlerweile auch von Politik und Sozialverbänden propagiert. Doch hierzu bedarf es einer vorausschauenden Planung (barrierefreie Wohnung, Anschluss an ein Unterstützungsnetzwerk), eventuell sogar eines Umzugs in eine andere Wohnung / andere Umgebung. Ein Zusammenschluss mit Gleichgesinnten und gegenseitige Unterstützung können sinnvoll sein. Doch auf die Dauer geht es nicht ohne zusätzliche lebenswelt- bzw. haushaltsnahe Dienstleistungen, die natürlich bezahlbar sein müssen, denn die meisten Senioren haben nur kleine Renten. Doch eine angemessene Unterstützung z.B. aus Mitteln der Pflegekasse ist nicht vorgesehen.
Im Vogelsbergkreis fehlen Unterstützungsstrukturen für ältere Menschen, die im eigenen Haushalt leben, zudem fast völlig. Die sog. “Nachbarschaftshilfe”, die von Politik und Verwaltung des VB stark propagiert wird, ist lt. einer Untersuchung der Professorinnen Alisch und Ritter von der Hochschule Fulda als Hilfssystem nicht ausreichend (siehe Monika Alisch u.a.: “Irgendwann brauch’ ich dann auch Hilfe …!” Selbstorganisation, Engagement und Mitverantwortung älterer Menschen in ländlichen Räumen; Budrich ISBN-10: 3847421530).
In der Gruppe “Perspektiven des Wohnens im Alter” können sich Interessierte in regelmäßigen Treffen über verschiedene Modelle und Angebote (Seniorendorf, Mehrgenerationen-Wohnen, betreutes Wohnen etc.) und notwendige Strukturen öffentlicher Daseinsvorsorge austauschen und evtl. in Selbsthilfe entsprechende Strukturen selbst entwickeln.

Über den Ideengeber / Über die Ideengeberin

Ulrich Lange

Ein Kommentar

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  • Ein häufig geäußerter Einwand gegen das “minimalisierte” Wohnen zielt darauf, dass ein entsprechendes Angebot an Mietobjekten für unvermögende Senioren noch gar nicht auf dem Markt sei. Dies ist allerdings ausschließlich eine Frage des politischen Willens. Kleinstwohnungen/-häuser ließen sich durch den sozialen Wohnungsbau mit Leichtigkeit schaffen, weil das serielle Bauen (Wohnmodule) heute Lösungen ermöglicht, die extrem kostengünstig sind und sich von daher schnell amortisieren.
    In der DeFacto-Sendung vom 15.10.2018 (https://www.ardmediathek.de/tv/defacto/defacto-ganze-Sendung/hr-fernsehen/Video?bcastId=3437388&documentId=56924588, Zähler 00:25:30) äußerte der Experte für Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft, Prof. Volker Eichener von der Hochschule Düsseldorf, man könne heute mit Methoden des kostengünstigen Bauens eine Kleinwohnung (Appartement mit Sanitärbereich und Pantry) für 1250 Euro/m² errichten. Bei den Preisen, die eine Großstadt wie Frankfurt beispielsweise für ein Hotelzimmer in einer Übergangswohneinrichtung bezahle, habe sich ein solches nagelneues Appartement bereits nach zehn Monaten voll amortisiert.

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